Altersempfehlung: ab 10 Jahren - Schulunterricht: ab Klasse 4 - Länge: 77 Minuten - Sprache: deutsche Synchronfassung - Unterrichtsfächer: Religion/Ethik, Deutsch - Themen: Erste Liebe, Freundschaft, Selbstfindung - Begleitmaterial: www.anne-liebt-philipp.de
Anne
ist 10 Jahre alt und geht in die 5. Klasse. Sie macht immer das
Gegenteil, von dem, was andere für richtig halten. Bisher hat sie am
liebsten mit ihrer besten Freundin Beate gespielt und sich nicht für
Jungs interessiert. Das wird anders, als
Philipp neu in die Klasse kommt. Auch die eingebildete Klassenschönheit Ellen hat ein Auge auf den neuen Jungen geworfen.
Anne
ist zum ersten Mal heftig verliebt und verliert sich oftmals in
Tagträumereien. Gemeinsam mit Beate heckt sie einen Plan aus, wie sie
Ellen ausstechen und
Philipp für sich gewinnen kann. Dabei kommt es zu Turbulenzen unter den Kindern und
Anne
macht Fehler, die sie in einige sehr unangenehme Situationen bringen.
Obwohl die meisten Erwachsenen es nicht glauben wollen, auch 10jährige
kann die Liebe schon richtig treffen.
Umsetzung
Die Buchverfilmung schildert auf
realistische Weise die heftigen Gefühle, die zu Beginn der Pubertät
aufbrechen können. Der Regisseurin gelingt es, sowohl die intensive
Beziehung zur besten Freundin, als auch die ersten Annäherungen an das
andere Geschlecht, verbunden mit der dabei aufkommenden Rivalität unter
Gleichaltrigen und die Traumwelt junger Mädchen in eine sp
annende
Geschichte zu packen. Der Film erzählt konsequent aus der Perspektive
der Protagonistin, die ihre Rolle sehr glaubhaft spielt. Die etwas
mysteriöse Geschichte von Helga, mit der sich
Anne
in ihren Tagträumen identifiziert, kann auf jüngere Kinder jedoch etwas
verwirrend wirken und sollte ihnen erklärt werden. Gut gelungen ist die
musikalische Untermalung des Films, die
Annes Gefühlswelt noch nachvollziehbarer macht.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Da der Film die Gefühle sehr anspricht, sollten die Kinder zunächst Zeit für sich haben, um sich mit
Annes Erlebnissen auseinanderzusetzen. Danach kann im Unterricht über die Gruppendynamik in
Annes
Klasse und die Intrigen, die unter den Kindern entstehen, gesprochen
werden. Auch die Rollenverteilung von Jungen und Mädchen,
Mädchenfreundschaften, die erste Verliebtheit und die Beziehungen zur
Erwachsenenwelt lassen sich als Themen des Films aufgreifen. Der Einsatz
filmischer Gestaltungsmittel, besonders in Bezug auf
Annes
Traumsequenzen, kann ebenso ein Anknüpfungspunkt für die pädagogische
Arbeit mit dem Film sein. Hier können mit den Kindern Medien gestaltet
werden, indem sie sich gegenseitig fotografieren oder filmen, die Bilder
verändern und zu eigenen Montagen zusammenstellen.
Norwegen 2011 | Regie: Anne Sewitsky