Mittwoch, 22. August 2012

Filminfo & Trailer: SONS OF NORWAY

88 Minuten | FSK frei ab 12 | deutsche Fassung

Spieltermine: Do, 23.08. - 21:30 Uhr | Fr, 24.08. - 21:30 Uhr | Sa, 25.08. - 19:00 Uhr | So, 26.08. - 21:30 Uhr | Mo, 27.08. - 20:30 Uhr | Di, 29.08. - 19:00 Uhr | Mi, 30.08. - 21:30 Uhr

ZUM TRAILER

Die liebenswerte, lebensbejahende Coming-of-Age-Tragikomödie von Jens Lien (ANDERLAND) unterstreicht einmal mehr das Potenzial norwegischer Filme. Charmant, voller Humor, aber auch Nachdenklichkeit beschreibt der gleichermaßen kluge wie warmherzige Film die wohl schwierigste Zeit im Leben: das Erwachsenwerden (unter erschwerten Bedingungen). Mit einem Gastauftritt von Johnny Rotten von den Sex Pistols.

Ein Vorort von Oslo in den späten 1970er Jahren: Der überzeugte Alt-Hippie Magnus und seine Frau Lone lassen ihren beiden Söhnen alle Freiheiten, die sich Jungs in dem Alter nur wünschen können. Doch vor allem der 14-jährige Nikolaj möchte sich abgrenzen, gegen die Eltern aufbegehren, was ihm von diesen aber verdammt schwer gemacht wird, denn sie sind ja so unkonventionell und tolerant. Als Nikolaj mit seinem Freund Tor ein Konzert der Sex Pistols besucht, ist dies eine musikalische Offenbarung für die beiden, die bislang eher die Musik Iggy Pops hörten. Nikolaj beschließt, Punk zu werden. Doch völlig unvermittelt bricht die Familie auseinander. Lone stirbt nach einem Unfall, Magnus versinkt in tiefer Depression und Nikolaj muss sich in all seiner Trauer um den Vater kümmern. Es wird eine Weile dauern, bis dieser wieder der Alte ist, der seinen Sohn und dessen neu gegründete Punkband „Dirt“ unterstützt, den Schuldirektor zusammenfaltet und seine Kids in ein Nudistenlager schleppt, wo er selbst sich im Gegensatz zu Nikolaj prächtig amüsiert ...


SØNNER AV NORGE | Norwegen, Schweden, Frankreich, Dänemark 2011 | R: Jens Lien | K: Morten | D: Åsmund Høeg (Nikolaj), Sven Nordin (Magnus), Sonja Richter (Lone), Tony Veitsle Skarpsno (Tor)

Donnerstag, 16. August 2012

Filminfo & Trailer: WAGNER & ME

92 Minuten | FSK frei ab 0 | englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln


Spieltermine: Do, 20.09. - 21:30 Uhr | Fr, 21.09. - 21:30 Uhr | Sa, 22.09. - 17:00 Uhr | So, 23.09. - 21:30 Uhr
ZUM TRAILER
 Mit entwaffnendem Charme, viel typisch britischem Humor, kindlichem Staunen und Enthusiasmus spürt der Autor, Schauspieler und Entertainer Stephen Fry seiner großen Liebe zu Richard Wagners Musik nach, die ihm, dem Juden, der Angehörige im Holocaust verloren hat, auch stets viel Unbehagen bereitet. Wie geht man mit den dunklen Stellen (Wagners antisemitische Schmähschrift „Das Judentum und die Musik“, die tiefe Verbundenheit seiner Nachfahren zu Hitler, die Vereinnahmung seiner Musik durch die Nationalsozialisten) in der Biografie eines bewunderten Künstlers um? Muss man Hitlers wegen auf diese Musik verzichten? WAGNER & ME ist gleichermaßen unterhaltsam, amüsant, anregend und auch für Menschen, die mit der Musik Wagners nichts anfangen können, durchaus sehenswert!

Regisseur Patrick McGrady hat Stephen Fry auf einer Reise begleitet, die ihn nicht nur auf dne Grünen Hügel nach Bayreuth, sondern auch an andere Stationen des Lebens und Wirkens von Richard Wagner geführt hat: ins Schloss Neuschwanstein, in die Schweiz, wo er sich zum „Ring“ inspirieren ließ, nach Nürnberg, wo die NSDAP- Reichsparteitage stets mit „Die Meistersinger“ eröffnet wurden ... An all diesen Orten interviewt Fry Historiker, Musiker und sogar Zeitzeugen des Holocausts und spricht mit ihnen über die Person Wagner, seine Werke, aber auch über seine antisemitischen Schriften und die Bedeutung seiner Opern im Dritten Reich. Dabei fungiert die Biographie des Komponisten ein bisschen wie ein roter Faden.

Großbritannien 2010 | R+B: Patrick McGrady | K: Jeremy Irving & Sergej Dubrowskj | Mitwirkender: Stephen Fry

Filminfo & Trailer: PARADA

115 Minuten | FSK beantragt ab 6 | deutsche Fassung


Die Spieltermine: Do, 27.09. - 21:15 Uhr | Fr, 28.09. - 21:15 Uhr | Sa, 29.09. - 21:15 Uhr | Di, 02.10. - 21:15 Uhr | Mi, 03.10. - 21:15 Uhr

ZUM TRAILER
Die skurrile Komödie war DER Publikumshit der Berlinale 2012 und gewann den Panorama-Publikumspreis. Klischees, Stereotypen und sicher geglaubte Wahrheiten verkehrt der Film in ihr hochgradig unterhaltsames Gegenteil. Ein sicheres Gespür für Situationskomik, grandiose Dialoge und eine seltene Übertreibungskunst machen aus Parada ein einziges Kinofest. Politisch völlig inkorrekt und dabei rasend komisch. Wie ernst der reale Hintergrund des Films aber tatsächlich ist, wird dabei nie vergessen und sorgt für die Balance zwischen Komödie und Drama, die den Film bemerkenswert macht.

Erzählt wird die Geschichte der ersten Pride Parade und deren MacherInnen, einer kleinen bunten Gruppe Schwuler und Lesben in Belgrad, unter ihnen der Hochzeitsplaner Mirko und der Tierarzt Radmilo. Um Polizeischutz zu erhalten, müssen sie eine eigene Security vorweisen, aber niemand will mit ihnen etwas zu tun haben. Außer Micky Lemon, ein Ex-Söldner und Betreiber eines privaten Sicherheitsdienstes! Der ist zwar auch zutiefst homophob und tut das keineswegs freiwillig, aber seine Verlobte Pearl hat ihm die Pistole auf die Brust gesetzt: Wenn er nicht hilft, lässt sie die Hochzeit platzen! Lemon reist also zusammen mit Mirko in einem pinkfarbenen Mini quer durch den Balkan und trommelt eine wilde Gruppe zusammen – Kroaten, Serben und Kosovo-Albaner – die sich vor 20 Jahren noch gegenseitig die Köpfe einschlagen wollten ...

Serbien, Slowenien, Kroatien, Makedonien 2011 | R+B: Srdjan Dragojevic | K: Dusan Joksimovic | D: Nikola Kojo (Lemon), Milos Samolov (Radmilo), Hristina Popovic (Pearl), Goran Jevtic (Mirko)

Donnerstag, 9. August 2012

Filminfo & Trailer: COPACABANA

105 Minuten | FSK frei ab 6 | französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Spieltermine: Do, 16.08 - 21:15 Uhr | Fr, 17.08. - 19:00 Uhr | Sa, 18.08. - 21:15 Uhr | So,19.08. - 21:15 Uhr | Mo, 20.08. - 20:15 Uhr | Di, 21.08. - 19:00 Uhr | Mi, 22.08. - 21:15 Uhr

ZUM TRAILER (bei uns natürlich in der deutsch untertitelten Fassung)

COPACABANA ist eine charmante und temporeiche Komödie mit Tiefgang und überzeugt durch seine kontrastreiche Story und eine große Portion „reales Leben“ sowie einem großartigen Soundtrack. Isabelle Huppert ist die Rolle der quirligen Babou wie auf den Leib geschrieben. Ein besonderer Coup ist Regisseur Marc Fitoussi gelungen, indem er Babous Filmtochter mit Hupperts Tochter Lolita Chammah besetzte. Die beiden Darstellerinnen überzeugen in diesem Mutter-Tochter-Konflikt, wie das vielleicht nur echte Mütter und Töchter schaffen können.

Babou ist voller überschäumender Energie und Lebensfreude. Feste Beziehungen und Jobs sind nicht so ihr Ding. Dass andere über sie tuscheln und sich ihr Konto eigentlich immer in den Miesen befindet, interessiert sie herzlich wenig. Unbekümmert träumt sie davon, eines Tages an der sonnigen Copacabana zu leben. Doch dann eröffnet ihr ihre Tochter Esmeralda, dass sie heiraten will und bittet die Mutter, den Feierlichkeiten fern zu bleiben, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Babou ist tief getroffen und beschließt, ihr Leben besser zu organisieren und zumindest mal einer ernsthaften Arbeit nachzugehen. Überraschenderweise klappt es auf Anhieb bei einer Immobilienfirma und Babou wird ins belgische Ostende beordert, wo sie Kunden für Ferienapartments anwerben soll. Kein leichtes Unterfangen angesichts der ungemütlich kalten Jahreszeit. Anfangs scheint die liebenswürdige Chaotin gut anzukommen – doch die Konkurrenz schläft nicht ...


Frankreich 2010 | R+B: Marc Fitoussi | K: Hélène Louvart | D: Isabelle Huppert (Babou), Lolita Chammah (Esmeralda), Aure Atika (Lydie), Jurgen Delnaet (Bart)

Filminfo & Trailer: DER SEIDENFÄCHER

104 Minuten | FSK frei ab 6 | deutsche Fassung

Spieltermine: Do, 16.08 - 19:00 Uhr | Fr, 17.08. - 21:15 Uhr | Sa, 18.08. - 19:00 Uhr | So,19.08. - 19:00 Uhr | Mo, 20.08. - 18:00 Uhr | Di, 21.08. - 21:15 Uhr | Mi, 22.08. - 19:00 Uhr


ZUM TRAILER

In traumhaft schönen Bildern und mit sehr viel Gefühl erzählt Wayne Wang in seiner Adaption eines Bestsellers von Lisa See zwei raffiniert miteinander verschlungene Geschichten einer Mädchen- bzw. Frauenfreundschaft – einmal angesiedelt im China des 19. Jahrhunderts, einmal im heutigen Shanghai.

Die beiden siebenjährigen Mädchen Snow Flower und Lily – die eine aus einem reichen Elternhaus, die andere aus sehr bescheidenen Verhätnissen – werden im China des 19. Jahrhunderts am gleichen Tag geboren und bekommen zeitgleich ihre Lotusfüße (eine Tradition und ein Schönheitsideal im alten China: Die Füße von Mädchen werden gebrochen und straff eingebunden, damit sie winzig klein bleiben, womit sie ihren späteren Ehemännern Unterwürfigkeit signalisieren). So werden sie zu Laotongs, Schwestern im Geiste, deren Schicksal für alle Ewigkeit miteinander verknüpft ist und die in einer Geheimschrift für Frauen namens „Nu Shu“ miteinander kommunizieren. Parallel dazu versuchen im Shanghai von heute Nina und Sophia, die Nachfahren der beiden Laotongs, die Nähe ihrer eigenen Kindheitsfreundschaft nicht zu verlieren. Kein leichtes Unterfangen angesichts zeitraubender Karrieren, komplizierter Liebesleben und dem allgemeinen Stress der Metropole ...

SNOW FLOWER AND THE SECRET FAN | China, USA 2011 | R: Wayne Wang | B: Angela Workman, Ronald Bass & Michael Ray nach dem Roman von Lisa See | K: Richard Wong | D: Jun Ji-hyun (Snow Flower/Sophia), Li Bingbing (Lily/Nina), Russell Wong (Bank CEO), Coco Chiang (Anna) 

Dienstag, 7. August 2012

Filminfo & Trailer: 17 MÄDCHEN

90 Minuten | FSK frei ab 0 | empfohlen ab 14 Jahren | deutsche Fassung

Spieltermine: Do, 09.08 - 21:15 Uhr | Fr, 10.08. - 19:00 Uhr | Sa, 11.08. - 19:00 Uhr | So,12.08. - 21:15 Uhr | Mo, 13.08. - 18:00 Uhr | Di, 14.08. - 21:15 Uhr | Mi, 15.08. - 19:00 Uhr 
ZUM TRAILER
 
Ein komplexer, kluger und außergewöhnlicher Film über das Erwachsenwerden, der auf einer wahren Begebenheit basiert, gleichzeitig feinfühlig und provozierend ist. Mit großer Leichtigkeit, mit viel Eleganz und Stil bewegen sich die Schwestern Coulin, die die Handlung in ihre Heimatstadt verlegten, durch ihre Geschichte und verraten ihre Figuren bis zum Ende nicht an Kitsch oder Krawall.

Lorient in der Bretagne bietet kaum Abwechslung für Teenager: Sie hängen zu Hause ab, treffen sich auf einem verlassenen Spielplatz oder auf eine Cola bei McDonald’s. Nur die Partys am Wochenende sind Ausbrüche aus der Eintönigkeit. Eines Tages überrascht die hübsche und selbstbewusste 16-jährige Camille ihre zahlreichen Freundinnen mit der Eröffnung, dass sie schwanger sei. Die anderen Mädchen sind entsetzt, aber Camille hat sich längst mit dem Gedanken angefreundet: Sie würde nie wieder alleine sein, hätte Abwechslung, müsse sich von ihren Alten nichts mehr sagen lassen und könne vor allem beweisen, dass sie ein Kind anders und besser aufziehen könne als die eigenen Eltern. Die Mädchen beginnen von einer gemeinsamen rosigen Zukunft mit ihren Kindern zu träumen und wenige Wochen später sind 17 Mädchen desselben Gymnasiums schwanger, wobei die Erzeuger kaum eine Rolle spielen. Während für die Mädchenclique ein neuer Lebenssinn am Meereshorizont aufscheint, sehen die Erwachsenen, Eltern wie Lehrer, dort eher eine Gewitterfront aufziehen ...


17 FILLES | Frankreich, Belgien 2011 | R+B. Delphine & Muriel Coulin | K: Jean-Louis Vialard | D: Louise Grinberg (Camille), Juliette Darche (Julia), Roxane Duran (Florence), Esther Garrel (Flavie), Yara Pilartz

Montag, 6. August 2012

Filminfo & Trailer: WEST IS WEST

102 Minuten | FSK frei ab 6 J | deutsche Fassung bzw. englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln am 13.8. um 20:00 Uhr


Spieltermine: Do, 09.08 - 19:00 Uhr | Fr, 10.08. - 21:00 Uhr | Sa, 11.08. - 21:00 Uhr | So, 12.08. - 19:00 Uhr | Mo, 13.08. - 20:00 Uhr (Originalfassung mit deutschen Untertiteln) | Di, 14.08. - 19:00 Uhr | Mi, 15.08. - 21:00 Uhr  

ZUM TRAILER
WEST IS WEST erzählt die Geschichte der britisch-pakistanischen Familie Khan nach dem großen Arthouse-Erfolg EAST IS EAST von 1999 weiter und steht dem ersten Teil in puncto Charme und Witz in nichts nach. Großartig sind die Dialoge, detailreich die Ausstattung, spannend die gut ausgestalteten und fulminant verkörperten Charaktere, großartig die Bilder traumhafter Landschaften, hörenswert der Soundtrack zwischen BritPop und Bollywood. Unser Filmtipp für August wird ein Lächeln in Ihr Gesicht zaubern!

Salford, Nordengland 1976: Die Khans schlagen sich mit ihrer Fish‘n‘Chips-Bude mehr schlecht als recht durchs Leben und zuhause läuft auch nicht alles nach Plan: Sajid, der Jüngste, schwänzt die Schule und probt den Aufstand gegen die altmodischen Erziehungsvorstellungen seines Vaters. Bis sich dieser nicht mehr anders zu helfen weiß, als den Teenager in seine pakistanische Heimat mitzunehmen, damit der Junge dort die guten, alten Werte kennenlernt. Während sich Sajid erstaunlich schnell einlebt und sich sogar zusammen mit seinem neuen Freund Zaid auf Brautschau für seinen schüchternen Bruder Maneer macht, muss sich Vater George einigen unangenehmen Wahrheiten stellen. Vor 30 Jahren hatte er nämlich die erste Mrs. Khan samt Tochter einfach sitzen lassen und ist nach England abgehauen. Nun ist er verzweifelt um Wiedergutmachung bemüht, was prompt die zweite Mrs. Khan, mit ihrer besten Freundin im Schlepptau, auf den Plan ruft ...


Großbritannien 2010 | R: Andy de Emmony | B: Ayub Khan-Din | K: Peter Robertson | D: Om Puri (George/Jahangir), Linda Bassett (Ella), Aqib Khan (Sajid), Emil Marwa (Maneer)